Einbrecher bevorzugen die Dunkelheit

Einbrecher
Einbrecher bevorzugen die Dunkelheit

(verpd) In der dunklen Jahreszeit ist das Einbruchsrisiko hoch, denn unter anderem erkennen Diebe anhand der Haus- oder Wohnungsbeleuchtung schnell, ob jemand zuhause ist. Mit ein paar Sicherheitsmaßnahmen kann man aber Einbrechern das Leben schwer(er) machen. Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes wird rund die Hälfte aller Einbrüche in der dunklen Jahreszeit verübt. Experten erklären, wie sich das Einbruchrisiko minimieren lässt. Nach der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik wurden mehr als die Hälfte, nämlich rund 58 Prozent der letztes Jahr durchgeführten oder versuchten 167.100 Wohnungseinbrüche, in der Nacht zwischen 21 und 6 Uhr begangen. Zudem werden, so die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK), fast die Hälfte aller Einbrüche von Oktober bis Januar, also in den Monaten, in denen es früh dunkel wird, begangen. „Einbrechern wird es in Deutschland immer noch zu leicht gemacht“, meint der Vorsitzende der Geschäftsführung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Jörg von Fürstenwerth. Er betont zudem: „Dies liegt unter anderem daran, dass die in Fenster und Türen eingebaute Sicherungstechnik oft nicht mehr auf dem neuesten Stand ist.“ Experten gehen davon aus, dass rund 43 Prozent aller Einbruchversuche abgebrochen werden, wenn die Einbrecher nicht schnell genug in das Haus beziehungsweise die Wohnung kommen.

Sicherheitstechnik lohnt sich

Dem aktuellen Einbruch-Report 2016 des GDV ist zu entnehmen, dass zur Durchführung des Einbruchs oftmals nur ein Schraubendreher oder körperliche Gewalt eingesetzt wird. Einbrecherprofis benötigen in der Regel weniger als 15 Sekunden, um ein Fenster oder eine Türe zu öffnen. Wenn die Täter durch die Türe kommen, hebeln sie in 56 Prozent diese einfach aus. Bei Fenstern oder Balkontüren, die durch Aushebeln geöffnet werden, liegt der Prozentsatz bei 67 Prozent. Mit einer adäquaten Sicherheitstechnik lässt sich ein solches Aufhebeln verhindern. Für den Einbau von einbruchhemmenden Fenstern und Türen muss man, so ist dem Einbruch-Report zu entnehmen, mit Kosten von etwa einem Prozent der Bausumme rechnen. Ab rund 500 Euro ist beispielsweise eine einbruchhemmende Wohnungseingangstür zu haben. Die Kosten für eine Nachrüstung sind allerdings deutlich höher. Preiswert nachrüsten lassen sich aber beispielsweise abschließbare Fenstergriffe. Sie sind nicht nur eine gute Kindersicherung, sondern sie verhindern außerdem, dass Diebe den Griff eines auf Kippen gestellten Fensters zur Seite drehen können. Durch das Aufbringen einer transparenten Sicherheitsfolie wird zudem verhindert, dass ein Dieb durch ein eingeschlagenes Fenster eindringt. Preiswert nachrüsten lassen sich außerdem sogenannte Pilzkopfzapfen, welche die einfachen Beschläge ersetzen, sodass sich Fenster nicht so einfach aushebeln lassen. Außerdem schützen Rollläden, Fenstergitter und eine Alarmanlage. Detaillierte Tipps hierzu liefert unter anderem das Webportal des Netzwerks „Zuhause sicher“, eine Initiative die von Polizeibehörden ins Leben gerufen wurde.

Wie eine Zeitschaltuhr bereits Einbrecher abschreckt

Häuser und Wohnungen, in denen kein Licht brennt, sind für Diebe ein wichtiger Hinweis, dass niemand zu Hause ist. Täuschen kann man potenzielle Einbrecher mithilfe von einfachen Zeitschaltuhren, die Lampen, Radio oder Fernseher automatisch einschalten und auf diese Weise Anwesenheit vortäuschen. Eine helle Beleuchtung des Außenbereichs mithilfe von Bewegungsmeldern schreckt ebenso ab wie von außen gut sichtbare Alarmanlagen. Die Experten des GDV weisen im Einbruch-Report auch auf das Thema Smart-Home hin. Sie raten, dass „ein mechanischer Grundschutz (wie zum Beispiel Querriegelschlösser, Kastenriegelschlösser, einbruchhemmende Fenster, abschließbare Fenstergriffe) der entscheidende Schutz ist und elektronischen Überwachungslösungen vorzuziehen“ sei. Schließlich nütze das beste Smart-Home-System nicht, wenn Türen und Fenster nicht ausreichend mechanisch gesichert sind.

Weiterführende Informationen

Tipps, wie man sein Eigenheim gegen Einbrecher schützen kann, liefert unter anderem der Webauftritt der VdS Schadenverhütung GmbH und das Informationsangebot der ProPK auf dem Webportal www.k-einbruch.de. Entsprechende Empfehlungen gibt es auch auf der Internetseite www.nicht-bei-mir.de, einer Initiative für den aktiven Einbruchschutz, die von der ProPK unterstützt wird. Informationen zum Thema Einbruchschutz bietet zudem der GDV online. Interessant ist außerdem die Broschüre „Ungebetene Gäste“, die ebenfalls von der Polizei zur Verfügung gestellt wird. Sie wartet nicht nur mit Tipps zum Einbruchschutz auf, sondern informiert darüber hinaus, welche staatliche Förderungen es für den Einbau von Einbruchschutzmaßnahmen gibt. Details zur staatlichen Förderung von Einbruchschutzmaßnahmen liefert auch die kostenlos bei der Polizei herunterladbare Broschüre „Einbruchschutz zahlt sich aus“.