Abbruch des Urlaubs aufgrund von Krankheit

Abbruch des Urlaubs aufgrund von Krankheit, verursacht durch unhygienische Zustände im Hotel

Ein Gerichtsurteil hat beleuchtet, unter welchen Umständen ein Reisender erfolgreich Schadenersatzansprüche gegen den Reiseveranstalter geltend machen kann, insbesondere wenn er wegen hygienischer Mängel im Hotel erkrankt und folglich gezwungen ist, seinen Urlaub abzubrechen. Die Frage, ob eine Reise aufgrund einer durch unhygienische Hotelbedingungen verursachten Krankheit abgebrochen werden muss, wurde kürzlich durch ein Urteil des Amtsgerichts München (132 C 230/23) entschieden. Dieses Urteil verdeutlicht, dass ein Schadenersatzanspruch nur dann besteht, wenn die behauptete Ursache der Krankheit zweifelsfrei nachgewiesen werden kann.

Der Vorfall, der in dem Gerichtsurteil behandelt wurde, betraf einen Reisenden, der zusammen mit seiner Familie – bestehend aus seiner Frau und seinem minderjährigen Sohn – eine Pauschalreise nach Antalya gebucht hatte. Der gesamte Urlaub kostete die Familie rund 3.800 Euro. Die Reise, die eigentlich eine Woche dauern sollte, wurde durch gesundheitliche Probleme abrupt beendet.

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Kurz nach ihrer Ankunft im Hotel begannen der Reisende und seine Familienmitglieder, Symptome wie Übelkeit und Erbrechen zu entwickeln. Diese Krankheitssymptome traten nur wenige Tage nach der Ankunft auf, was den Reisenden dazu veranlasste, den Urlaub vorzeitig abzubrechen und mit seiner Familie nach Deutschland zurückzukehren.

Unhygienische Zustände im Hotelzimmer und im Poolbereich

Der Reisende führte die Krankheitssymptome auf schlechte hygienische Bedingungen im Hotel zurück. Er berichtete insbesondere von mehreren hygienischen Mängeln: So sei Erbrochenes im Bereich des Swimmingpools nicht zeitnah beseitigt worden. Zudem erschienen ihm die angebotenen Speisen, besonders die Ei- und Fischgerichte, durchgängig als gesundheitsbedenklich. Diese Gerichte hätten weder frisch ausgesehen noch seien sie ausreichend gegart gewesen.

Darüber hinaus beobachtete der Reisende, dass auch andere Gäste des Hotels ähnliche Symptome aufwiesen, was seine Überzeugung stärkte, dass die Ursache der Erkrankungen in den hygienischen Zuständen des Hotels zu suchen sei. Aufgrund dieser Erfahrungen und der Überzeugung, dass das Hotel direkt für die Krankheitssymptome verantwortlich war, entschied sich der Reisende, rechtliche Schritte einzuleiten und klagte gegen den Reiseveranstalter auf Rückzahlung eines Teils des Reisepreises sowie auf Schadenersatz für die vertane Urlaubszeit und die Mehrkosten durch die vorzeitige Rückreise.

Zusätzlich zu diesem Fall gibt es viele andere Umstände, die zu einem notwendigen vorzeitigen Abbruch einer Reise führen können. Wer finanziellen Schutz im Fall eines Abbruchs aus wichtigen Gründen, wie einer plötzlichen schweren Erkrankung, wünscht, kann von einer Reiseabbruchversicherung profitieren. Diese Versicherung deckt normalerweise die Kosten für nicht genutzte Reiseleistungen sowie zusätzliche Kosten, die durch eine Umbuchung oder die Rückreise entstehen. Versicherbare Gründe für einen Reiseabbruch umfassen unter anderem schwere Erkrankungen, Todesfälle in der Familie, erhebliche Schäden an der Wohnung des Versicherten durch unvorhergesehene Ereignisse wie Brände oder Naturkatastrophen sowie betriebsbedingte Kündigungen während des Urlaubs. In vielen Policen ist es ebenfalls möglich, Kosten, die aufgrund von höherer Gewalt am Urlaubsort anfallen, mitzuversichern.

Mangelnde Beweislage bei Abbruch des Hotelaufenthalts

Ein solches Gerichtsurteil unterstreicht die Bedeutung eines klaren Beweises, wenn Schadenersatzansprüche gegen einen Reiseveranstalter erhoben werden. Die Beweislast, die auf dem Reisenden liegt, kann eine erhebliche Hürde darstellen, vor allem wenn es um Fälle geht, bei denen Gesundheitsrisiken durch Umweltfaktoren im Urlaubsort betroffen sind. Dieses Urteil betont auch, dass die bloße Behauptung von Hygienemängeln ohne stichhaltige Beweise nicht ausreichend ist, um einen Schadenersatzanspruch zu begründen. Auch die Präsenz ähnlicher Symptome bei anderen Gästen reicht nicht aus, um die Ursache definitiv dem Hotel zuzuschreiben.

Waren die hygienischen Bedingungen in dem Hotel unzureichend?

Das Gericht verwies weiter darauf, dass Krankheiten auch durch Kontaktflächen oder die räumliche Nähe zu anderen Gästen übertragen werden können, was die Ermittlung einer spezifischen Ursache weiter erschwert. Selbst eine Vielzahl fast gleichzeitiger Erkrankungen lässt nicht zwangsläufig den Schluss zu, dass die Ursache innerhalb des Verantwortungsbereichs des Hotels liegt. Es könnte ebenso ein einzelner vorerkrankter Gast eine Rolle spielen, der eine hochansteckende Krankheit wie eine Noro-Virus-Infektion eingeschleppt hat.

Diese Umstände führen zu einer größeren Notwendigkeit für Reisende, umfassendere Vorkehrungen zu treffen und gegebenenfalls zusätzlichen Versicherungsschutz zu suchen, der sie in solchen Fällen absichern kann. Die Reiseabbruchversicherung, die in vielen Fällen zusammen mit einer Reiserücktrittsversicherung angeboten wird, kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Sie bietet nicht nur Schutz bei vorzeitigen Reiseabbrüchen aufgrund von Krankheiten, sondern auch bei anderen schwerwiegenden Vorfällen, die den Reisenden zwingen könnten, ihre Pläne zu ändern.

Reiseabbruchversicherung: Finanzielle Absicherung bei vorzeitigem Reiseende

Durch das Verständnis der Bedingungen und Einschränkungen solcher Versicherungspolicen können Reisende besser planen und sich absichern. Es ist daher ratsam, die genauen Bedingungen der Reiseversicherung zu prüfen und sicherzustellen, dass sie den Bedürfnissen des Reisenden entsprechen. Dies umfasst die Prüfung, welche Ereignisse abgedeckt sind, welche Beweise im Schadensfall erforderlich sind und wie die Verfahren zur Schadensmeldung ablaufen.

Abschließend zeigt dieser Fall, dass Reisende gut beraten sind, bei der Auswahl ihrer Urlaubsziele und der Buchung von Unterkünften sorgfältig vorzugehen. Zusätzlich sollten sie Bewertungen und Berichte anderer Reisender berücksichtigen und gegebenenfalls eine unabhängige Überprüfung der Hygienestandards vor Ort verlangen. Durch solche Maßnahmen können potenzielle Risiken minimiert und die Grundlage für einen sorgenfreien und gesunden Urlaub geschaffen werden.

Um zu verhindern, dass ein Notfall während des Urlaubs zu einer finanziellen Belastung wird

Personen, die aus irgendwelchen Gründen während eines Auslandsaufenthalts eine Rettung oder medizinische Behandlung benötigen, tragen ein hohes finanzielles Risiko, falls sie nicht durch eine entsprechende Versicherung abgesichert sind. Um zu verhindern, dass ein Notfall im Urlaub zu einer finanziellen Belastung wird, ist es ratsam, eine adäquate Absicherung zu haben.

Wenn ein Urlauber während seines Auslandsaufenthalts aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung auf einen Krankentransport oder eine ambulante bzw. stationäre medizinische Behandlung angewiesen ist, kann er ohne die richtige Versicherung mit erheblichen Kosten konfrontiert werden. In schweren Fällen können die anfallenden Beträge durchaus fünf- oder sogar sechsstellige Summen erreichen. Ein passender Kostenschutz, der solche Eventualitäten abdeckt, ist jedoch bereits für eine geringe Gebühr erhältlich.

Unabhängig davon, ob man innerhalb Europas reist oder eine Fernreise antritt, sollte eine Auslandsreisekrankenversicherung nicht fehlen. Selbst im Urlaub besteht das Risiko, durch einen Unfall verletzt zu werden oder plötzlich an Krankheiten wie einer Erkältung, einer Magen-Darm-Erkrankung oder sogar an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erkranken.

Je nach Situation kann die Notwendigkeit einer ambulanten oder stationären medizinischen Versorgung bestehen. Oft ist auch eine Rettungsaktion oder ein Krankentransport erforderlich, um die betroffene Person schnellstmöglich in ein Krankenhaus zu bringen. Ohne eine solche Versicherungspolice besteht während eines Auslandsaufenthalts ein erhebliches finanzielles Risiko.

Obwohl gesetzlich Versicherte durch die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK), die auf der Rückseite der elektronischen Gesundheitskarte zu finden ist, in einigen europäischen Ländern einen grundlegenden Schutz genießen, deckt diese nur die Kosten ab, die auch für gesetzlich versicherte Einwohner des jeweiligen Landes nach dortigen Vorschriften übernommen werden würden. Informationen darüber, welche Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Falle eines Unfalls oder einer Erkrankung im Ausland übernommen werden und welche nicht, können den Merkblättern des GKV-Spitzenverbandes entnommen werden. In vielen Fällen deckt die EKVK jedoch nicht alle medizinisch notwendigen Kosten ab, die einem deutschen gesetzlich Versicherten in Deutschland erstattet würden.

Insbesondere werden Kosten für einen notwendigen Krankenrücktransport aus dem Ausland, egal ob aus EU-Ländern oder anderen Staaten, von der GKV in der Regel nicht übernommen. In Ländern außerhalb Europas, wie den USA, Kanada, Australien, Japan oder Kenia, werden von der GKV generell keine Kosten für medizinische Behandlungen oder Krankenhausaufenthalte übernommen.

Um sich gegen dieses bestehende Kostenrisiko im Falle einer Krankheit oder eines Unfalls während der Reise abzusichern – einschließlich eines notwendigen Rücktransports –, empfiehlt sich der Abschluss einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung. Der GKV-Spitzenverband rät in allen seinen Merkblättern dringend zum Abschluss einer solchen Police.

Zusätzlich gibt es Versicherungslösungen, die Kosten übernehmen, die entstehen, wenn man aufgrund eines Unfalls, einer Krankheit oder aus anderen bestimmten Gründen eine gebuchte Reise nicht antreten kann oder einen bereits begonnenen Urlaub abbrechen muss. Eine bestehende Reiserücktrittsversicherung trägt die teilweise hohen Stornokosten, die anfallen, wenn man aus einem versicherten Grund einen Urlaub stornieren muss. Versicherte Gründe können beispielsweise eine plötzliche Erkrankung, ein Unfall oder auch ein Todesfall in der Familie sein.

Eine Reiseabbruchversicherung deckt hingegen die Kosten, die entstehen, wenn ein Urlauber aufgrund einer versicherten Gefahr einen bereits angetretenen Urlaub abbrechen muss. Dies kann die Kosten für einen außerplanmäßigen Flug nach Hause umfassen sowie nicht in Anspruch genommene Reiseleistungen wie Ausflüge und Unterkunft. Eine Reiseabbruch- und eine Reiserücktrittsversicherung sind entweder als separate Policen erhältlich oder können als kombinierter Versicherungsvertrag abgeschlossen werden. Es ist sinnvoll, sich bereits vor der Buchung einer Reise über die passende Absicherung bei einem Versicherungsfachmann zu informieren.

Die passenden Medikamente für den Urlaub im Reisegepäck

Auch während eines Urlaubs gibt es keine Garantie dafür, dass man nicht krank wird. Es ist daher vorteilhaft, die passenden Medikamente griffbereit zu haben. Welche Arzneimittel in das Gepäck gehören und welche besonderen Vorsichtsmaßnahmen chronisch kranke Personen treffen müssen, wenn sie mit notwendigen Medikamenten ins Ausland reisen möchten, ist eine wichtige Überlegung für die Vorbereitung auf die Reise. Eine bedarfsgerechte Zusammenstellung der Reiseapotheke ist hierbei entscheidend.

Häufig auftretende gesundheitliche Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen oder schmerzhafte Insektenstiche können den Urlaub erheblich beeinträchtigen. Eine gut ausgestattete Reiseapotheke kann helfen, diese Beschwerden schnell zu lindern. Chronisch Kranke müssen zudem darauf achten, ihre benötigten Medikamente in ausreichender Menge mitzunehmen, da nicht garantiert ist, dass diese Medikamente im Ausland verfügbar sind.

Für die Planung einer Auslandsreise ist es ratsam, sowohl die Medikamente mitzunehmen, die regelmäßig benötigt werden, als auch solche, die zur Behandlung von typischen Reisekrankheiten und anderen häufigen Beschwerden dienen. Umfassende Empfehlungen zur Bestückung der Reiseapotheke bieten die Experten der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. (ABDA) in einer zum Download verfügbaren Checkliste Reiseapotheke an. Für Familien mit Kindern gibt es zudem spezielle Empfehlungen für eine kindgerechte Reiseapotheke von der CRM Centrum für Reisemedizin GmbH.

Zur Grundausstattung einer Reiseapotheke sollten unter anderem ein digitales Fieberthermometer, Verbandsmaterial wie Heftpflaster und sterile Wundkompressen, Einmalhandschuhe und eine Schere gehören, sowie eine Pinzette, Insektenschutzmittel, Schmerz- und Fiebermittel und Arzneimittel gegen Reisekrankheiten wie Übelkeit, Verdauungsbeschwerden, Erkältungssymptome und Allergien. Zudem wird empfohlen, Medikamente gegen Sonnenbrand, Insektenstiche, Lippenherpes, Sportverletzungen sowie Wundsalben und Desinfektionsmittel mitzuführen.

Die ABDA-Experten weisen darauf hin, dass die genaue Zusammensetzung der Reiseapotheke von der Art der Reise, den besuchten Ländern und Regionen sowie der medizinischen Versorgung vor Ort abhängt. Eine Beratung in einer Apotheke kann dabei helfen zu klären, welche Medikamente mitgenommen werden sollten und welche nicht.

Für Personen, die regelmäßig Medikamente benötigen, wie chronisch Kranke oder Frauen, die die Antibabypille nehmen, ist es wichtig, diese in ausreichender Menge für die Dauer des Urlaubs mitzuführen. Bei bekannten Allergien, beispielsweise gegen Insektenstiche oder Nüsse, sollte zudem das notwendige Notfallset nicht fehlen. Mehr auch im Ratgeber: Tipps für die Reiseapotheke zum herunterladen.

Für Allergiker und chronisch Kranke ist es sinnvoll, einen ausgefüllten Europäischen Notfallausweis mit sich zu führen, damit im Notfall Ärzte und Rettungskräfte schnell und effektiv über die medizinische Vorgeschichte informiert sind. Dieser Ausweis ist teilweise kostenlos bei Ärzten oder Krankenkassen wie der Techniker Krankenkasse oder der IKK Südwest sowie bei Organisationen wie der Deutschen Herzstiftung e.V. erhältlich.

Beim Reisen mit Arzneimitteln, insbesondere in warme Länder, sollte man aufgrund der Hitze Medikamente in Form von Tabletten, Pulvern oder Tropfen den Vorzug geben. Wer mit dem Flugzeug reist, sollte alle notwendigen Medikamente sowie ein vorhandenes Notfallset aufgrund der Risiken von Gepäckverlust im Handgepäck unterbringen.

Es ist zudem wichtig zu beachten, dass die Einfuhr von bestimmten Medikamenten, besonders Betäubungsmitteln, in manchen Ländern strengen Regulierungen unterliegt. Informationen hierzu bieten die Webportale der diplomatischen Vertretungen des jeweiligen Reiselandes, des Zolls, des Auswärtigen Amtes und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Bei der Mitnahme von Betäubungsmitteln kann ein ärztliches Attest, das in englischer Sprache verfasst ist und die Diagnose sowie die medikamentöse Therapie dokumentiert, von Vorteil sein.

Weitere medizinische Hinweise wie empfohlene Impfungen und Aussagen zur medizinischen Versorgung im Zielgebiet sind in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes zu finden.